Jana Finke
Als Leiterin des AI Competence Centers verbinde ich Technologie, Business und Menschen, um KI strategisch, verständlich und wirksam im Unternehmen zu verankern. Besonders reizt mich die Arbeit an der Schnittstelle von Technologie und Mensch, wo Verständnis, Vertrauen und nachhaltige Veränderung entstehen.
Nachdem ich mich bereits mehrere Jahre im Unternehmen mit Automatisierungen und Künstlicher Intelligenz beschäftigt hatte, wurde ich Ende 2024 gefragt, ob ich bei GEDIA ein AI Competence Center aufbauen könnte. Seitdem arbeite ich daran, KI strukturiert, verantwortungsvoll und mit echtem Mehrwert im Unternehmen zu etablieren.
Was mich ausmacht, ist die Kombination aus technischer Affinität mit Programmierkenntnissen, einem betriebswirtschaftlichen Hintergrund (Master BWL, mehrjährige Erfahrung im Controlling) sowie großer Freude an der Arbeit mit Menschen und unterschiedlichen Kulturen. Dieser Dreiklang gibt mir den Drive, komplexe technologische Themen verständlich zu machen und gemeinsam voranzubringen. Entscheidend ist dabei auch das Vertrauen eines Arbeitgebers, der unserem Team dieses Pionierthema ohne vorgegebenen Weg anvertraut.
So ist es uns gelungen, mit einem freiwilligen, internationalen und fachbereichsübergreifenden Team innerhalb eines Jahres die Grundlagen zu schaffen – von Anforderungsprozessen über Schulungen bis hin zu regulatorischen Themen – und erste KI-Initiativen erfolgreich umzusetzen. Unsere Philosophie: Unterschiedliche Perspektiven zulassen, pragmatisch handeln und Neues mutig ausprobieren: mit Sinn und Verstand.
Die falsche Person für ein KI-Kompetenzzentrum?
Als ich Ende 2024 mit dem Aufbau unseres unternehmensinternen KI-Kompetenzzentrums begann, sprach ich auch eine Kollegin aus dem Personalbereich an. Ihre erste Reaktion überraschte mich nicht, aber sie blieb mir im Gedächtnis. Sie war unsicher, ob sie überhaupt die richtige Person für ein solches Team sei. Künstliche Intelligenz wirkte auf sie wie ein Thema für IT-Spezialisten und technische Experten. Sie fragte sich, welchen Beitrag sie dort leisten könne.
Heute gehört genau diese Kollegin zu den wichtigsten Impulsgeberinnen rund um die Einführung und Akzeptanz von KI in unserem Unternehmen. Während andere Teammitglieder technisches Know-how einbringen, erkennt sie früh, welche Fragen Mitarbeitende bewegen, wo Unsicherheiten entstehen und wie sich Begeisterung für neue Themen wecken lässt. Gerade bei der Einführung von KI war diese Perspektive oft wertvoller als jede technische Detaildiskussion.
Der größte Erfolgsfaktor sitzt nicht im Rechenzentrum
Diese Erfahrung hat meinen Blick auf digitale Transformation nachhaltig geprägt. Wenn Unternehmen über Digitalisierung sprechen, geht es meist zuerst um Software, Daten, Automatisierung, Künstliche Intelligenz oder neue IT-Systeme. Projektpläne werden erstellt, Budgets freigegeben und technische Anforderungen definiert. Doch eine entscheidende Frage bleibt dabei oft unbeantwortet: Sind die Menschen bereit für die Veränderung?
Aus meiner Erfahrung scheitern viele Digitalisierungsprojekte nicht an der Technologie selbst. Neue Anwendungen werden nur zögerlich genutzt, etablierte Arbeitsweisen beibehalten oder Prozesse umgangen.
Die Ursache liegt oft nicht im sichtbaren Teil eines Projekts. Technische Lösungen, Prozesse und Strukturen lassen sich vergleichsweise einfach planen und umsetzen. Wesentlich schwieriger sind die Faktoren, die unter der Oberfläche wirken: Gewohnheiten, Unsicherheiten, Überzeugungen und die Frage, ob Mitarbeitende den Nutzen der Veränderung für sich erkennen.
Deswegen ist Digitalisierung kein reines IT-Projekt. Sie ist vor allem ein Veränderungsprojekt. Und wer die Menschen nicht mitnimmt, wird selbst mit der besten Technologie die gewünschten Ergebnisse nur schwer erreichen.
Der unsichtbare Teil der Transformation
Studien zeigen seit Jahren, dass die aktive Einbindung von Mitarbeitenden und eine sichtbare Unterstützung durch die Führung entscheidende Erfolgsfaktoren für Veränderungsprozesse sind. Das Fraunhofer IAO kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass Transformationen deutlich erfolgreicher verlaufen, wenn die Unternehmensleitung Veränderungen aktiv vorlebt und die Belegschaft frühzeitig beteiligt wird.
Die gute Nachricht: Erfolgreiches Changemanagement lässt sich systematisch gestalten. Und ganz wichtig dabei: Digitalisierung und Changemanagement gehören von Anfang an zusammen.
Viele Unternehmen machen denselben Fehler: Sie starten mit der technischen Umsetzung und denken erst über Changemanagement nach, wenn Widerstände entstehen. Dann fallen Sätze wie „Die Mitarbeitenden ziehen nicht mit." oder „Die neue Lösung wird kaum genutzt." Zu diesem Zeitpunkt ist jedoch oft bereits wertvolle Zeit verloren gegangen. Changemanagement beginnt nicht mit dem Rollout eines Systems. Es beginnt in dem Moment, in dem die Entscheidung für eine Veränderung getroffen wird.
Wer Digitalisierung nachhaltig verankern möchte, sollte deshalb von Beginn an zwei Fragestellungen parallel betrachten:
- Was müssen wir technisch verändern?
- Und was bedeutet diese Veränderung für die Menschen?
Erst wenn beide Perspektiven gleichermaßen berücksichtigt werden, entsteht ein nachhaltiger Wandel.
Auf Südwestfalen.digital finden sich bereits wertvolle Impulse für die strategische Planung und Umsetzung von Digitalisierungsinitiativen, beispielsweise in den Beiträgen zum perfekten Digitalisierungsteam oder zu den sieben Schritten der Digitalisierung. Mein Beitrag ergänzt diese Perspektive um einen Aspekt, der aus meiner Erfahrung oft über den langfristigen Erfolg entscheidet: die aktive Begleitung der Menschen durch den Veränderungsprozess.
Der Wandel beginnt früher und endet später als gedacht
Viele Unternehmen fragen sich: Wann sollte Change-Management beginnen? Meine Antwort lautet: Am ersten Tag. Genauer gesagt sogar in dem Moment, in dem die Entscheidung für eine Veränderung getroffen wird.
Ebenso wichtig ist die Frage, wann Change-Management abgeschlossen ist. Die Antwort überrascht viele: Nicht mit dem Go-live einer Software. Nicht mit dem Abschluss des Projekts. Sondern erst dann, wenn neue Arbeitsweisen selbstverständlich geworden sind und die Mitarbeitenden die Veränderung dauerhaft in ihren Alltag integriert haben. Wer Digitalisierung erfolgreich umsetzen möchte, sollte deshalb entlang des gesamten Transformationsprozesses denken.
Warum Menschen Veränderungen oft ablehnen
In vielen Transformationsprojekten lassen sich ähnliche Reaktionsmuster beobachten. Nach einer ersten Information folgen häufig Unsicherheit, Skepsis oder sogar Widerstand, bevor Akzeptanz und schließlich Routine entstehen.
Häufig entstehen Aussagen wie: „Das macht meine Arbeit irgendwann überflüssig.“ „Ich weiß gar nicht, wie ich das nutzen soll.“ „Warum brauchen wir dafür überhaupt eine neue Software?“
Menschen bewerten Veränderungen unbewusst anhand von Fragen wie:
- Verliere ich Einfluss oder Bedeutung?
- Kann ich mit der neuen Technologie überhaupt umgehen?
- Wird mein Arbeitsplatz gefährdet?
- Warum müssen wir das überhaupt verändern?
- Und wer unterstützt mich dabei?
Gerade bei Themen wie Digitalisierung, Automatisierung oder Künstlicher Intelligenz entstehen schnell Unsicherheiten. Diese Reaktionen sind normal und kein Zeichen dafür, dass ein Projekt scheitert. Entscheidend ist, Menschen in den unterschiedlichen Phasen Orientierung, Information und Unterstützung anzubieten.
Digitalisierung ist wie ein Eisberg
Das Eisbergmodell verdeutlicht sehr anschaulich, warum viele Digitalisierungsprojekte ins Stocken geraten. Auf den ersten Blick sehen wir die sichtbaren Elemente einer Transformation: Software, KI-Anwendungen, Daten, Systeme und Prozesse. Genau diese Themen stehen häufig im Mittelpunkt von Projektplänen, Investitionsentscheidungen und Managementpräsentationen.
Der weitaus größere Teil liegt jedoch unter der Wasseroberfläche. Dort befinden sich die Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden: Führung, Kommunikation, Beteiligung, Qualifizierung, Vertrauen und Unternehmenskultur.
Diese Aspekte sind weniger greifbar als eine neue Software oder ein modernes Dashboard. Gleichzeitig haben sie einen wesentlich größeren Einfluss darauf, ob eine Veränderung tatsächlich im Unternehmen ankommt.
Wenn Mitarbeitende den Nutzen einer Veränderung nicht verstehen, keine Möglichkeit haben, neue Arbeitsweisen auszuprobieren, oder sich bei der Einführung alleingelassen fühlen, werden selbst die besten Technologien ihr Potenzial nicht entfalten.
Die Technologie ist die Spitze des Eisbergs. Der eigentliche Erfolg entsteht unter der Oberfläche.
Zwischen Skepsis und Euphorie: Warum (KI-)Projekte an beiden Extremen scheitern können
Diese Erfahrung machen wir auch in unserem KI-Kompetenzzentrum regelmäßig: Technische Fragestellungen lassen sich häufig schneller lösen als die Frage, wie Menschen ihre Arbeitsweisen und Denkgewohnheiten nachhaltig verändern. Dabei erleben wir oft beide Extreme: von anfänglicher Skepsis oder Ablehnung bis hin zu einer sehr hohen Erwartungshaltung.
Während einige befürchten, dass neue Technologien ihre bisherigen Arbeitsweisen infrage stellen, erwarten andere schnelle Durchbrüche und unmittelbare Produktivitätssprünge. Beides kann den Erfolg einer Transformation gefährden. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Menschen auf diesem Weg zu begleiten, Orientierung zu geben und realistische Erwartungen zu schaffen.
Die größten Fortschritte entstehen meist dort, wo Mitarbeitende frühzeitig eingebunden werden, eigene Erfahrungen sammeln können und den konkreten Nutzen der Veränderung für ihren Arbeitsalltag erkennen.
Change-Management und digitale Transformation: Die 7 Schritte zum Erfolg
Aus meiner Erfahrung entscheidet sich der Erfolg eines Digitalisierungsprojekts nicht erst beim Go-live. Er entsteht deutlich früher: in der Analyse, in der Kommunikation, in der Beteiligung der richtigen Menschen und in der konsequenten Verankerung neuer Arbeitsweisen.
Damit Change-Management nicht nur ein begleitendes Kommunikationspaket bleibt, sondern wirklich wirksam wird, hilft ein strukturierter Ablauf. Die folgenden sieben Schritte haben sich in der Praxis besonders bewährt.
Zunächst zeigt die folgende Übersicht, wie Change-Management entlang eines Digitalisierungsprojekts strukturiert werden kann: von der ersten Analyse über Kommunikation und Qualifizierung bis zur nachhaltigen Verankerung im Arbeitsalltag.
1. Ausgangslage verstehen
Bevor eine digitale Veränderung gestartet wird, sollte klar sein, wo das Unternehmen heute steht.
Welche Prozesse verursachen aktuell Aufwand? Wo entstehen Medienbrüche, Doppelarbeiten oder manuelle Tätigkeiten? Welche Bereiche sind besonders betroffen? Und welche Herausforderungen erleben Mitarbeitende im Alltag?
Diese Analyse ist entscheidend, weil Digitalisierung sonst schnell an den tatsächlichen Bedürfnissen vorbeigeht. Changemanagement beginnt deshalb nicht mit einer Botschaft, sondern mit Zuhören und Verstehen. Ziel dieses ersten Schritts ist es, Klarheit zu schaffen.
2. Zielbild definieren
Nach der Analyse braucht es ein gemeinsames Zielbild.
Dabei geht es nicht nur um die Frage, welche Technologie eingeführt wird. Entscheidend ist, wie die Arbeit künftig aussehen soll.
Soll ein Prozess schneller werden? Sollen manuelle Eingaben reduziert werden? Soll die Zusammenarbeit zwischen Bereichen verbessert werden? Oder soll eine neue digitale Lösung Mitarbeitende im Alltag entlasten? Ein gutes Zielbild beschreibt nicht nur den technischen Endzustand, sondern auch den konkreten Nutzen für die Menschen im Unternehmen.
Je klarer dieses Zielbild ist, desto leichter fällt es Führungskräften und Mitarbeitenden, die Veränderung einzuordnen. Ziel dieses Schritts ist eine klare gemeinsame Richtung.
3. Betroffene identifizieren
Veränderungen betreffen selten nur eine Abteilung.
Eine neue Software, ein automatisierter Prozess oder der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändern oft Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Schnittstellen und Entscheidungswege. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu klären: Wer ist direkt betroffen? Wer muss eingebunden werden? Wer hat Einfluss auf die Akzeptanz? Und wer kann als Multiplikator wirken? Dazu gehören nicht nur Geschäftsführung und Führungskräfte, sondern auch Fachbereiche, Mitarbeitende, Betriebsrat, Kunden oder Lieferanten, je nachdem, welche Veränderung geplant ist.
Wer die betroffenen Gruppen frühzeitig identifiziert, kann gezielter kommunizieren, besser qualifizieren und mögliche Widerstände früher erkennen. Ziel dieses Schritts ist es, die richtigen Menschen einzubinden.
4. Kommunikationsplan entwickeln
Kommunikation ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im Change-Management.
Menschen akzeptieren Veränderungen eher, wenn sie verstehen, warum etwas passiert, was konkret geplant ist und welche Auswirkungen die Veränderung auf ihre Arbeit hat. Dabei reicht eine einmalige Information nicht aus. Kommunikation muss kontinuierlich erfolgen: vor dem Projektstart, während der Umsetzung, beim Rollout und auch danach.
Ein guter Kommunikationsplan beantwortet deshalb zentrale Fragen: Was muss kommuniziert werden? Wann wird kommuniziert? Wer kommuniziert? Über welche Kanäle wird kommuniziert? Und welche Rückfragen oder Sorgen müssen aktiv aufgenommen werden?
Wichtig ist auch: Kommunikation bedeutet nicht nur senden. Sie bedeutet auch zuhören. Gerade bei digitalen Veränderungen entstehen Fragen, Unsicherheiten und manchmal auch Ängste. Diese sollten nicht als Störung betrachtet werden, sondern als wertvolle Hinweise darauf, wo noch Orientierung fehlt.
Ziel dieses Schritts ist es, Verständnis zu schaffen.
Wir haben uns im Verlauf des Projekts mehr als einmal gefragt, ob wir die Mitarbeitenden nicht schon mit Informationen überfluten. Die Realität sah allerdings anders aus: In Gesprächen stellte sich immer wieder heraus, dass wichtige Informationen noch längst nicht alle erreicht hatten. Unser Learning daraus: Kommunikation ist selten zu viel. Oft wird eine Botschaft erst dann wirklich wirksam, wenn man selbst glaubt, sie bereits viel zu oft wiederholt zu haben. Denn während sich eine Information für das Projektteam schon wie die zehnte Wiederholung anfühlt, begegnen manche Mitarbeitende ihr möglicherweise gerade zum ersten Mal.
5. Qualifizierung organisieren
Eine neue Technologie schafft erst dann Mehrwert, wenn Menschen sie sicher anwenden können.
Deshalb darf Qualifizierung nicht als letzter Punkt kurz vor dem Go-live geplant werden. Sie sollte von Anfang an Teil des Projekts sein. Dabei geht es nicht nur um klassische Schulungen.
Entscheidend ist, dass Mitarbeitende die neue Lösung in ihrem eigenen Arbeitskontext verstehen und ausprobieren können. Besonders wirksam sind praxisnahe Formate: Workshops, Pilotprojekte, Lernvideos, offene Sprechstunden oder Multiplikatorenprogramme.
Gerade bei digitalen Themen und Künstlicher Intelligenz ist es wichtig, nicht nur Funktionen zu erklären, sondern Anwendungskompetenz aufzubauen. Mitarbeitende müssen erleben: Ich kann diese Veränderung bewältigen. Ich verstehe den Nutzen. Und ich weiß, wie ich die neue Arbeitsweise in meinem Alltag einsetzen kann.
Ziel dieses Schritts ist es, Kompetenzen aufzubauen.
6. Pilotieren und lernen
Nicht jede Lösung muss sofort unternehmensweit ausgerollt werden.
Gerade bei digitalen Transformationsprojekten ist es sinnvoll, zunächst in einem kleineren Rahmen zu starten. Pilotbereiche ermöglichen es, Erfahrungen zu sammeln, Fehler frühzeitig zu erkennen und Verbesserungen vorzunehmen, bevor eine Lösung breit eingeführt wird. Das reduziert Risiken und erhöht gleichzeitig die Akzeptanz. Denn wenn Mitarbeitende sehen, dass Feedback aufgenommen und die Lösung weiterentwickelt wird, entsteht Vertrauen.
Pilotierung bedeutet auch: Nicht alles muss von Anfang an perfekt sein. Wichtig ist, lernfähig zu bleiben und Veränderungen gemeinsam weiterzuentwickeln.
Ziel dieses Schritts ist es, Akzeptanz zu schaffen.
7. Verankern und weiterentwickeln
Der Go-live ist nicht das Ende des Change-Managements. In vielen Projekten beginnt die eigentliche Veränderung erst danach. Dann zeigt sich, ob neue Arbeitsweisen wirklich genutzt werden, ob Prozesse funktionieren und ob Mitarbeitende die Veränderung dauerhaft in ihren Alltag übernehmen. Deshalb braucht es auch nach der Einführung klare Verantwortlichkeiten, regelmäßige Kommunikation, Erfolgsmessung und kontinuierliches Feedback.
Nicht jede Organisation verfügt dabei über eigene Erfahrung in der Begleitung größerer Veränderungsprozesse. Gerade bei umfangreichen Transformationen kann es sinnvoll sein, zusätzlich externe Expertise einzubinden. Spezialisierte Beraterinnen und Berater für Change-Management und Organisationsentwicklung helfen Unternehmen dabei, Führungskräfte zu befähigen, wirksame Kommunikationsmaßnahmen zu etablieren, Widerstände konstruktiv aufzugreifen und Veränderungen nachhaltig zu verankern. Dadurch lassen sich viele typische Herausforderungen früher erkennen und gezielter adressieren.
Veränderungen müssen nachgehalten werden. Was funktioniert gut? Wo gibt es noch Hürden? Welche Prozesse müssen angepasst werden? Welche zusätzlichen Schulungen sind notwendig? Nur wenn neue Arbeitsweisen konsequent verankert und weiterentwickelt werden, entsteht nachhaltiger Erfolg.
Ziel dieses letzten Schritts ist es, den Erfolg langfristig zu sichern.
Häufig gestellte Fragen zu Change-Management
Ist Change-Management nur für große Unternehmen relevant?
Nein. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von strukturiertem Change-Management, weil dort Veränderungen oft direkte Auswirkungen auf viele Mitarbeitende haben.
Wann sollte Change-Management starten?
Idealerweise ab dem ersten Tag eines Digitalisierungsprojekts, nicht erst kurz vor dem Rollout einer neuen Lösung.
Wer ist für Change-Management verantwortlich?
Die Verantwortung liegt nicht allein bei der Personalabteilung oder der IT. Erfolgreiches Change-Management ist eine Führungsaufgabe und betrifft das gesamte Unternehmen.
Wie lange dauert Change-Management?
So lange, bis neue Arbeitsweisen im Alltag angekommen sind. Bei größeren Transformationen kann dies mehrere Monate oder sogar Jahre dauern.
Was ist der Unterschied zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation?
Digitalisierung beschreibt häufig die Einführung neuer digitaler Technologien oder Prozesse. Digitale Transformation geht deutlich weiter. Sie verändert nicht nur Technologien und Prozesse, sondern auch Arbeitsweisen, Zusammenarbeit, Führung und Unternehmenskultur. Genau deshalb spielt Change-Management bei der digitalen Transformation eine zentrale Rolle.
Was ist der häufigste Fehler bei Digitalisierungsprojekten?
Zu glauben, dass Menschen Veränderungen automatisch akzeptieren, sobald die Technologie verfügbar ist. Gerade deshalb müssen Digitalisierung und Change-Management von Anfang an zusammen gedacht werden.
Digitalisierung beginnt beim Menschen
Nach einigen Jahren in Digitalisierungs- und Transformationsprojekten bin ich von einer Sache überzeugt: Technologien werden immer leistungsfähiger. Künstliche Intelligenz entwickelt sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Softwarelösungen entstehen beinahe täglich. Der entscheidende Erfolgsfaktor hat sich jedoch nicht verändert. Menschen möchten verstehen, warum sich etwas verändert. Sie möchten beteiligt werden, Sicherheit gewinnen und erleben, dass die Veränderung einen echten Mehrwert für ihre tägliche Arbeit schafft.
Unternehmen, die Digitalisierung ausschließlich als Technologieprojekt verstehen, schöpfen oft nur einen Bruchteil ihres Potenzials aus. Unternehmen hingegen, die Digitalisierung als Veränderungsprozess für Menschen begreifen, schaffen die Grundlage für nachhaltigen Erfolg.
Die wichtigste Frage lautet: „Wie schaffen wir es, Menschen für die Veränderung zu gewinnen?" Wann immer ich auf erfolgreiche Digitalisierungsprojekte zurückblicke, ging es am Ende nie nur um Technologie. Es ging um Menschen, die bereit waren, neue Wege zu gehen. Darin liegt auch der Grund, weshalb nicht die beste Software über den Erfolg einer Transformation entscheidet, sondern die Menschen, die sie jeden Tag nutzen.
7 Schritte zur Digitalisierung: So digitalisierst und transformierst du dein Unternehmen
Das perfekte Digitalisierungsteam: Welche Personen und Rollen benötigst du für die Digitalisierung deines Unternehmens?
Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für Unternehmen
Jana Finke
Als Leiterin des AI Competence Centers verbinde ich Technologie, Business und Menschen, um KI strategisch, verständlich und wirksam im Unternehmen zu verankern. Besonders reizt mich die Arbeit an der Schnittstelle von Technologie und Mensch, wo Verständnis, Vertrauen und nachhaltige Veränderung entstehen.
Nachdem ich mich bereits mehrere Jahre im Unternehmen mit Automatisierungen und Künstlicher Intelligenz beschäftigt hatte, wurde ich Ende 2024 gefragt, ob ich bei GEDIA ein AI Competence Center aufbauen könnte. Seitdem arbeite ich daran, KI strukturiert, verantwortungsvoll und mit echtem Mehrwert im Unternehmen zu etablieren.
Was mich ausmacht, ist die Kombination aus technischer Affinität mit Programmierkenntnissen, einem betriebswirtschaftlichen Hintergrund (Master BWL, mehrjährige Erfahrung im Controlling) sowie großer Freude an der Arbeit mit Menschen und unterschiedlichen Kulturen. Dieser Dreiklang gibt mir den Drive, komplexe technologische Themen verständlich zu machen und gemeinsam voranzubringen. Entscheidend ist dabei auch das Vertrauen eines Arbeitgebers, der unserem Team dieses Pionierthema ohne vorgegebenen Weg anvertraut.
So ist es uns gelungen, mit einem freiwilligen, internationalen und fachbereichsübergreifenden Team innerhalb eines Jahres die Grundlagen zu schaffen – von Anforderungsprozessen über Schulungen bis hin zu regulatorischen Themen – und erste KI-Initiativen erfolgreich umzusetzen. Unsere Philosophie: Unterschiedliche Perspektiven zulassen, pragmatisch handeln und Neues mutig ausprobieren: mit Sinn und Verstand.
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