Dr. Inga Haase
Dr. Inga Haase ist Geschäftsführerin und Mitgründerin der lenne.Tech GmbH in Lennestadt, einem ganzheitlichen Digitalisierungsunternehmen in Südwestfalen. Als promovierte Expertin in den Bereichen Kommunikation, Innovation und KMU konzipiert, gestaltet und entwickelt sie digitale Projekte, Prozesse und Inhalte. Von individuellen Apps und Webanwendungen bis zu Weiterbildungsformaten rund um Softwareentwicklung und Digitalisierung. In Südwestfalen engagiert sie sich zudem für Start-ups, Wirtschaftsförderung und digitale Bildung in der Region.
Für manche ist Digitalisierung die Allzwecklösung, für andere ist sie eigentlich nicht notwendig, denn „es klappt ja auch so!“ Was Digitalisierung allerdings nie sein sollte, ist ein Selbstzweck, sie muss sinnvoll eingesetzt werden, um wirklichen Mehrwert zu stiften.
Inzwischen gehört Digitalisierung in den meisten Bereichen fest zum Unternehmensalltag, ob in der Industrie, im Handwerk oder bei Dienstleistungsunternehmen. Auch die Politik unterstützt Unternehmen durch Förderprogramme dabei, weiter zu digitalisieren.
Aber was kann Digitalisierung wirklich? Und welche möglichen Chancen und Herausforderungen kann es geben? Um diese Fragen zu beantworten, werfen wir in diesem Beitrag gemeinsam einen Blick auf die verschiedenen Bereiche, auf die sich Digitalisierung auswirkt.
1. Produktion
Chance: Effizienter produzieren
Digitalisierte Produktionsprozesse können deutlich effizienter sein als nicht digitalisierte Prozesse. Das betrifft die Ressourcen Zeit, Material, Personaleinsatz und schließlich auch Geld.
Hier findest du einige Beispiele für entsprechende Maßnahmen:
- Predictive Maintenance senkt Wartungskosten und reduziert ungeplante Maschinenstillstände.
- Datenbasierte Prozessoptimierung reduziert Materialkosten.
- Smarte Steuerungsprozesse reduzieren den Energieverbrauch der Produktion.
- Automatisierungen übernehmen einfache, sich wiederholende Aufgaben und entlasten dadurch die Mitarbeitenden.
- Intelligentes Lagermanagement reduziert die Lagerkosten.
Chance: Bessere Produktqualität
Eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer aus dem Jahr 2025 hat gezeigt, dass die Qualitätsverbesserung für viele Unternehmen auf Platz drei der wichtigsten Motive für die Digitalisierung liegt.

Quelle: DIHK-Digitalisierungsumfrage 2025
Das hier sind einige Beispiele für entsprechende Maßnahmen:
- KI-gestützte Qualitätskontrollen führen mithilfe von Kameras und Sensoren eine hundertprozentige Kontrolle aller Produkte durch. Dadurch sind deutlich bessere Ergebnisse im Vergleich zu manuellen Stichproben möglich.
- Automatisierte Datenanalysen sorgen für optimierte Produktionsprozesse mit geringeren Fehlerquoten.
Herausforderung: Technologische Abhängigkeit
Ist dein Unternehmen in weiten Bereichen digitalisiert, ist es natürlich von den verwendeten Technologien abhängig. Das heißt, verschiedene Faktoren können zu Einschränkungen oder Ausfällen im Arbeitsalltag führen: Wartungen, Updates, ein Ausfall des Internets oder ein Hackerangriff bei dir oder einem Zulieferer.
Um das zu verhindern, solltest du die IT-Sicherheit in deinem Unternehmen immer im Blick haben und Software sowie Partner strategisch auswählen. Einem Internetausfall kannst du bspw. mit einer redundanten Internetverbindung vorbeugen.
In vielen Unternehmensbereichen bist du bei solchen Fällen dennoch flexibel und kannst auch auf Alternativen ausweichen, z. B. bei Meetingtools. Im Bereich der Produktion ist das natürlich schwieriger, daher solltest du dort besonders auf Absicherungen achten.
Chance: Kostengünstige Tests
F&E-Abteilungen bietet die Digitalisierung neue Möglichkeiten, Produkte umfänglicher zu testen, ohne hohe zusätzliche Kosten zu verursachen. So können neue Produkte schneller und kostengünstiger entwickelt werden.
Das sind einige Beispiele für entsprechende Maßnahmen:
- Digitale Zwillinge ermöglichen Produkttests und die Erstellung digitaler Prototypen, ohne auch nur ein Gramm Material verwenden zu müssen.
- KI-Anwendungen übernehmen die Analyse und Auswertung großer Datenmengen, die mit herkömmlichen Methoden kaum zu bewältigen wären.
- Mit Big Data steht dir eine riesige Datenbasis zur Verfügung, die du für Pre-Tests nutzen kannst.
Chance: Unmögliches möglich machen
Eine besondere Stärke der Digitalisierung ist es, das Unmögliche möglich zu machen. Du kannst inzwischen Anfragen bedienen, die noch vor einigen Jahren unmöglich gewesen wären. Dir bieten sich Chancen für ganz neue Produkte und mitunter sogar für die Erschließung ganz neuer Geschäftsfelder:
- Mit additiver Fertigung fertigst du komplexe Produkte aus Metall oder Kunststoff, die ohne Digitalisierung niemals hergestellt werden könnten.
- Über Co-Creation-Modelle arbeitest du digital mit Forschenden sowie Expertinnen und Experten auf der ganzen Welt zusammen, um neue Produkte zu entwickeln und Tests durchzuführen.
2. Verwaltung
Chance: Reduzierung des manuellen Verwaltungsaufwands
Die Menge an Verwaltungsaufgaben in heutigen Unternehmen und Behörden ist enorm und nimmt durch immer neue gesetzliche Anforderungen stetig zu. Auch hier kann die Digitalisierung helfen, indem Routineaufgaben übernommen und Unterstützungssysteme etabliert werden.
Hier findest du einige Beispiele dazu:
- ERP-Systeme unterstützen bei der unternehmensweiten digitalen Verwaltung und Planung.
- Automatisierungen übernehmen repetitive Aufgaben eigenständig.
- KI-Auswertungen ermöglichen die Analyse großer Datenmengen und stellen so die richtigen Daten für effiziente Entscheidungen bereit.
- KI-Sprachmodelle helfen bei der alltäglichen Korrespondenz in verschiedenen Sprachen.
- Durch maschinelles Lernen kann eine künstliche Intelligenz im Hinblick auf interne Vorgaben und Prozesse trainiert werden, um anschließend Aufgaben vollständig zu übernehmen oder bei Entscheidungen zu beraten.
- KI-Tools erleichtern alltägliche Aufgaben wie Buchhaltung, Ablage und Projektmanagement.
Chance: Weniger Papier
Sie werden weniger, doch stapeln sich in einigen Büros nach wie vor Aktenordner und Lose-Blatt-Sammlungen. Die Digitalisierung kann dabei Abhilfe schaffen und die Papierflut deutlich reduzieren.
Dies sind einige geeignete Maßnahmen zur Papierreduktion:
- Cloud-Speicher speichern Daten sicher und sind für alle berechtigten Personen ortsunabhängig zugänglich.
- KI-Tools digitalisieren papierhafte Dokumente und übertragen deren Inhalte automatisch in die digitale Umgebung.
- Digitale Gadgets und Notiz-Apps machen Notizzettel überflüssig.
- Digitale Buchhaltungsanwendungen ermöglichen die digitale Ablage, Verarbeitung und den Austausch mit der Steuerberatung.
In diesem Zusammenhang spielen natürlich auch Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine große Rolle. Wenn du dich speziell zu diesem Thema weiter informieren möchtest, findest du hier den passenden Beitrag dazu.
3. Personal und Recruiting
Chance: Mehr Mitarbeitende
Fachkräftemangel ist schon seit Jahren ein Thema, das deutsche Unternehmen bewegt. Die Digitalisierung unterstützt an dieser Stelle durch neue Möglichkeiten, Mitarbeitende zu finden und zu halten:
- Remote Work und Homeoffice ermöglichen es Mitarbeitenden, nahezu zeit- und ortsunabhängig zu arbeiten. So erweiterst du deinen Pool von potenziellen Mitarbeitenden, erhöhst die Mitarbeiterzufriedenheit und kannst auch Vorteile wie Workations anbieten.
- Durch soziale Netzwerke hast du neue Möglichkeiten für das Recruiting. Auf Netzwerkplattformen wie LinkedIn sprichst du interessante Fachkräfte persönlich an. Über Social-Media-Marketing erreichst du Auszubildende und Studierende.
- Flexible Arbeitszeitmodelle machen dein Unternehmen für (potenzielle) Mitarbeitende attraktiver, gerade für Eltern oder pflegende Angehörige, insbesondere in Kombination mit ortsunabhängigem Arbeiten.
Chance: Steigerung der Mitarbeitermotivation
Wo Menschen gerne arbeiten, arbeiten sie auch gut. Ein modernes Arbeitsumfeld, das Zeit und Mühe spart, reduziert die Fluktuation und die Krankheitsausfälle, zahlt auf deine Arbeitgebermarke ein und erhöht auch deine Produktivität. Digitalisierung kann deutlich dazu beitragen, die Motivation im Team zu steigern.
In der Praxis ist das neben Remote Work und Homeoffice zum Beispiel durch diese Maßnahmen möglich:
- Durch Automatisierungen entlastest du Mitarbeitende und nimmst ihnen lästige, repetitive Aufgaben ab.
- Moderne, digitale Hard- und Software machen einfach Spaß und erhöhen die Effizienz.
Chance: Bessere Weiterbildungsmöglichkeiten
Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger, speziell mit Blick auf die Digitalisierung. Schließlich entwickeln sich die Technologien immer weiter und wir benötigen immer neues Fachwissen. Wie gut, dass es digitale Möglichkeiten gibt, sich dieses Wissen schnell und effizient anzueignen.
Diese Maßnahmen helfen dir weiter:
- Digitale Lernformate ermöglichen Schulungen und Kurse ohne Anreise.
- Internes Wissensmanagement mittels digitaler Tools erleichtert die Bereitstellung und Nutzung von internen Informationen.
- KI-Chatbots stehen deinen Mitarbeitenden als Informationsquelle zur Seite. Sie können speziell für deine Bedürfnisse trainiert werden, sodass sie über das nötige Fachwissen verfügen.
Herausforderung: Fachkräftebedarf
Die Digitalisierung ermöglicht es dir, neue Fachkräfte zu finden, aber gleichzeitig macht sie auch weitere Fachkräfte erforderlich. Das gilt insbesondere für den Bereich IT. Das bedeutet für dich: Bilde deine Mitarbeitenden stetig gezielt weiter und plane langfristig deinen Personalbedarf, sodass du dir deinen eigenen Fachkräftenachwuchs aufbauen kannst. Dazu eignen sich zum Beispiel auch digitale Schulungsangebote.
4. Kundenkommunikation
Chance: Besserer Kundenservice
Digitalisierung ermöglicht es dir, einen leistungsstärkeren Kundenservice anzubieten. Deine Kundinnen und Kunden profitieren davon, indem sie schneller und passgenauer Informationen und Unterstützung erhalten.
In der Praxis ist das zum Beispiel durch diese Maßnahmen möglich:
- KI-Chatbots beantworten einfache Anfragen in Sekundenschnelle. So hat dein persönlicher Kundenservice mehr Zeit, sich um komplexere Anliegen zu kümmern.
- Digitale Prozesse erleichtern deinen Kundinnen und Kunden den Austausch mit deinem Unternehmen. Sie können z. B. selbst Termine buchen, notwendige Daten hochladen oder digital Feedback geben. So sparst du ihnen Zeit und erhöhst die Kundenzufriedenheit.
- Self-Service-Portale bieten durch diese Prozesse unabhängig von deinen Bürozeiten nützliche Funktionen.
Chance: Kürzere Durchlaufzeiten
Digitale Prozesse laufen in der Regel deutlich schneller ab als manuelle Prozesse. Dadurch verkürzt sich die Durchlaufzeit von der Anfrage bis zur finalen Lösung oder Lieferung. Heißt: Deine Kundinnen und Kunden erhalten schneller, was sie wollen.
Hier zwei Beispiele:
- Eine digitale und automatisierte Produktion hilft dir, Produkte schneller zu produzieren.
- Vernetzte ERP-Systeme ermöglichen eine intelligente Logistik und Just-in-time-Lieferungen.
Herausforderung: Zu wenig persönlicher Kontakt
Der Faktor Mensch rückt bei digitalisierten Prozessen vermehrt in den Hintergrund. Gleichzeitig hat bei nahezu allen Geschäften weiterhin die Sympathie entscheidenden Einfluss auf die Kaufentscheidung. Das Gute dabei: Digitalisierung schafft dir Freiräume, die du für die Beziehungspflege nutzen kannst. Schließlich kannst du deine Kontakte zusätzlich zu digitalen Maßnahmen auch weiterhin persönlich betreuen und das durch die eingesparte Zeit noch intensiver.
Tipp:
Achte darauf, dass du alle digitalen und automatisierten Kundenprozesse weiterhin so persönlich wie möglich gestaltest. Du kannst dazu z. B. KI-Sprachmodelle und Hyperindividualisierung nutzen.
5. Marketing und Vertrieb
Chance: Optimierte Kundenansprachen
Digitalisierung hilft dir, potenzielle und bestehende Kundinnen und Kunden besser zu erreichen. Dadurch kannst du die Kundenbindung verbessern und deinen Umsatz steigern.
In der Praxis ist das zum Beispiel durch folgende Maßnahmen möglich:
- Big Data hilft dir, mehr über deine Kundinnen und Kunden zu erfahren.
- Künstliche Intelligenz hilft dir dabei, die Daten auszuwerten.
- Mit automatisierten Kampagnen erreichst du gezielt genau die richtigen Zielgruppen und das mit deutlich geringerem Aufwand.
- Künstliche Intelligenz hilft dir, Werbemaßnahmen personalisiert auszuspielen.
- KI-Sprachmodelle helfen dir, Ansprachen und Werbemaßnahmen zu formulieren.
- Bildgeneratoren unterstützen dich mit grafischen Elementen für deine Marketingkampagnen.
- Digitale Tools helfen dir, dein Marketing und deinen Vertrieb zu planen, durchzuführen und auszuwerten.
Chance: Neue Vertriebs- und Marketing-Kanäle
Durch die technologische Weiterentwicklung entstehen auch immer neue Kommunikationskanäle, die du für die Ansprache potenzieller und bestehender Zielgruppen nutzen kannst. Und das solltest du tun, am besten, bevor dein Wettbewerb es tut.
Diese Maßnahmen können dir dabei helfen:
- Die Website deines Unternehmens wird zum digitalen Mittelpunkt deines Marketings.
- KI-Chatbots helfen dir, schon auf der Website mit deinen (potenziellen) Kundinnen und Kunden zu interagieren.
- Digitale Kanäle wie Newsletter, Social Media oder digitale Messen helfen dir, effizient und gezielt die richtigen Zielgruppen anzusprechen.
- Mit Omnichannel-Kampagnen erreichst du potenzielle Kundinnen und Kunden auf verschiedenen Kanälen.
Herausforderung: Shitstorm
Online verbreiten sich Informationen rasend schnell. Das kann zwar positiv für dich sein, aber natürlich besteht auch das Risiko negativer Schlagzeilen und Social-Media-Beiträge. Daher solltest du immer eine Notfall-Strategie für Aufklärung und Schadensbegrenzung haben, falls sich dein Unternehmen tatsächlich einmal der Herausforderung eines „Shitstorms“ stellen muss.
6. Unternehmensentwicklung
Chance: Bessere Entscheidungsgrundlagen
Um gute Entscheidungen für die Unternehmensentwicklung zu treffen, benötigst du eine ebenso gute Informationsgrundlage. Die Digitalisierung unterstützt dich dabei, diese Grundlage zu schaffen. Gerade in Bezug auf relevante Kennzahlen helfen dir folgende Dinge weiter:
- ERP-Systeme vereinen alle Daten des Unternehmens an einem Ort und ermöglichen dadurch abteilungsübergreifende Auswertungen.
- Big Data und KI liefern dir große Datenmengen, die du mithilfe von KI-Tools schnell und zielführend auswerten kannst.
Chance: Neue Geschäftsfelder
Die Digitalisierung ermöglicht es dir, neue Geschäftsfelder zu erschließen, die früher mit manuellen Prozessen nicht möglich gewesen wären.
In der Praxis ist das zum Beispiel durch diese Maßnahmen möglich:
- ERP-Systeme, Automatisierungen und Managed Server helfen dir, deine Prozesse zu skalieren. So kannst du auch auf plötzlich auftretende neue Trends reagieren, ohne sofort neue Investitionen tätigen zu müssen.
- Digitale Plattformen ermöglichen und erleichtern neue Vertriebskanäle und Geschäftsprozesse, etwa Just-in-Time-Lieferungen und automatisierte Konsignationslager.
Tipp:
Unsicherheiten und Ängste der Mitarbeitenden kannst du durch Einbeziehung in Veränderungsprozesse und intensive Schulungen deutlich reduzieren.
Herausforderung: Unsicherheit, Angst und fehlende Erfahrung
Nicht alle Menschen stehen der Digitalisierung offen gegenüber. Je ausgeprägter die Fähigkeiten von Robotern und künstlicher Intelligenz werden, desto größer ist bei manchen Menschen auch die Angst, ersetzt zu werden. Spiele deswegen von Anfang an mit offenen Karten und kommuniziere, was du mit der Digitalisierung in deinem Unternehmen erreichen möchtest: Du möchtest deine Mitarbeitenden entlasten und sie nicht ersetzen.
Hinzu kommt, dass viele Menschen Veränderungen gegenüber grundsätzlich eher skeptisch eingestellt sind, vor allem, wenn es ihren Arbeitsalltag betrifft. Dabei spielen Gewohnheiten, aber auch technisches Verständnis eine Rolle. Nicht alle sind Digital Natives.
Prüfe daher frühzeitig, welche Team-Mitglieder Schulungsbedarf haben und vielleicht eher negativ eingestellt sind. Beziehe sie so früh wie möglich in Veränderungsprozesse ein und mache sie bewusst zu Initialnutzern. Du wirst sehen: Wenn die weniger digital-affinen Kolleginnen und Kollegen erst einmal von der Digitalisierung schwärmen, begeisterst du den Rest des Teams im Handumdrehen.
7. Generelle Aspekte
Neben diesen spezifischen Chancen, Risiken und Herausforderungen gibt es natürlich auch Aspekte, die es generell zu beachten gilt. Dazu gehören ein gewisses Maß an technologischer Abhängigkeit, Investitionsbedarfe sowie das Thema Datenschutz.
Technologische Abhängigkeit
Wer Technologien nutzt, macht sich auch von ihnen abhängig. Das gilt für alle Lebensbereiche und Technologien. Im Falle der Digitalisierung bedeutet das für Handwerk, wie auch Industrie und Behörden, dass ein Stromausfall oder ein fehlender Zugang zum Internet die Arbeitsprozesse empfindlich beeinträchtigen können. Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto größer sind auch die Auswirkungen.
Eine vollständige Absicherung für diese Fälle gibt es nicht, aber folgende Maßnahmen können die Risiken reduzieren: Gegen den Ausfall des Internets helfen redundante Internetverbindungen. Auch die Abhängigkeit von Software-Anbietern kann zu Eingriffen in die alltägliche Arbeit führen, wenn der Anbieter ausfällt oder Sicherheitslücken hat. Achte deswegen darauf, deine Tools und Softwareprodukte bei vertrauenswürdigen Anbietern mit hochwertigem Support zu beziehen.
Investitionskosten
Im Allgemeinen erfordern Digitalisierungsmaßnahmen zu Beginn immer Investitionen in Planung, Konzeption und Technologien. Dank der Effizienz- und Produktivitätssteigerungen hast du diese Kosten aber in der Regel schnell wieder raus. Hinzu kommt, dass Digitalisierungsmaßnahmen auch in Hinblick auf Cybersecurity häufig gefördert werden, beispielsweise in NRW über die MID-Gutscheine.
Datenschutz
Wo viele (sensible) Daten digital gespeichert und ausgetauscht werden, besteht immer die Gefahr von Angriffen oder Datenlecks. Je nachdem, wie sensibel die Daten sind, kann das datenschutzrechtliche Konsequenzen für dein Unternehmen haben. Achte darauf, sichere und datenschutzkonforme Prozesse und Technologien zu nutzen. Auch die regelmäßige Schulung deiner Mitarbeitenden und die Prüfung deiner digitalen Infrastruktur solltest du nicht vernachlässigen.
Fazit: Wer stillsteht, wird überholt!
Du siehst: Die Digitalisierung bietet viele Chancen und ich habe sie hier längst nicht vollständig und im Detail aufgeführt. Wenn du in deinem Unternehmen sinnvoll digitalisieren kannst, dann solltest du es tun! Stück für Stück, mit professioneller Unterstützung und im Idealfall sogar noch gefördert.
Risiken und Herausforderungen lassen sich dabei nie vollständig vermeiden, aber du kannst dich vorbereiten und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um mit ihnen umzugehen. Und wenn du jetzt sagst „Es klappt ja auch so!“, denk daran: Wenn du nicht digitalisierst, wird es deine Konkurrenz tun.
Menschen und Unternehmen entwickeln sich stetig weiter, also nutze die Chancen, die sich dir bieten. Überzeugt? Dann schau dir gleich an, wie du bei der Digitalisierung deines Unternehmens vorgehen kannst. Hier geht’s zum Artikel.
Dr. Inga Haase
Dr. Inga Haase ist Geschäftsführerin und Mitgründerin der lenne.Tech GmbH in Lennestadt, einem ganzheitlichen Digitalisierungsunternehmen in Südwestfalen. Als promovierte Expertin in den Bereichen Kommunikation, Innovation und KMU konzipiert, gestaltet und entwickelt sie digitale Projekte, Prozesse und Inhalte. Von individuellen Apps und Webanwendungen bis zu Weiterbildungsformaten rund um Softwareentwicklung und Digitalisierung. In Südwestfalen engagiert sie sich zudem für Start-ups, Wirtschaftsförderung und digitale Bildung in der Region.
